3,5-Zoll Breitbänder in TQWT für den Schreibtisch optimiert

Bereits vor einigen Monaten wurde im D.A.U. eine kleine TQWT für einen kleinen potenten 3,5-Zoll Breitbänder des italienischen Herstellers Sica entwickelt. Es handelt ich dabei um den Sica 3,5H 1CS. Dieser kann zwar im Superhochton nicht so glänzen, kommt aber mit einem sehr linearen Frequenzgang daher und kann wegen seiner niedrigen Reonanzfrequenz bei +/-2,5mm Hub aus dem 4-Liter Gehäuse 'echte' Bassperformance liefern. Einen Tiefgang von Mitte 50Hz bei genanntem Hub ist in dieser Liga von Chassis sicher eine Seltenheit; zumal der kleine Töner je nach Verkäufer noch nichtmal 20,- Euro kostet.

Die Idee zur hier vorgestellten Variante der Sica Mini TQWT entstand, als Mat (D.A.U.-Mitglied) die Box hörte und meinte, dass die Box klanglich toll sei, aber für den Desktop-Einsatz eigentlich noch leicht in Richtung Ohrhöhe des potentiellen Hörers geneigt sein müsse. Dies ließ sich sehr leicht durch eine trapezförmige Ausführung der Seitenwände bei gleichzeitiger Verlängerung der Schallwand realisieren. (Ich habe die Seitenwände aus geraden Holzstücken mit der Oberfräse selbst hergestellt, weil gängige Baumärkte keine schrägen Stücke sägen.) Ansonsten gibt es keine Abweichungen von der ursprünglichen Version. Dass dadurch auch noch ein kleiner Hohlraum entsteht, in dem die Weichenschaltung / der Sperrkreis Platz findet, ist ein schöner Nebeneffekt.

Im besagten Hohlraum kann der Sperrkreis bequem untergebracht werden. Selbst eine zweite, etwas aufwändigere Schaltung, die im D.A.U. entwickelt wurde, könnte hier eingebaut werden. (Um die Möglichkeit zu haben, die Box eben auch mit dieser anderen Beschaltung hören zu können, ist der Sperrkreis mit einem Wago an der Zuleitung zum Töner befestigt.) Auf ein Terminal wurde bewußt verzichtet. An die Zuleitung werde ich einfach eine Labor-Buchse anbringen, sodass alle gängigen Bananen-Stecker passen. Das Stück Moosgummi an der hinteren Kante verschafft die wenigen Millimeter Platz, damit die Kabel unter der Box hergeführt werden können, ohne dass diese kippelt.

Um dem hohen klanglichen Potential der Box Rechnung zu tragen, habe ich diese Variante in SaRaiFo-Furnier ausgeführt und eine Schallwand aus schwarzem MDF aufgesetzt. Wer eine Schallwand aufsetzen will, muss den Bauplan entsprechend umrechnen, denn dieser bezieht sich auf eine reine sog. 'Sandwich-Bauweise'. Den (leider) nicht runden Töner habe ich mittels Moosgummi bündig in der Schallwand versenkt. Wer mag, kann hier natürlich eine Fräs-Schablone erstellen. Bei leichten klanglichen (und optischen?) Einbußen wäre auch ein nicht versenkter Einbau des Töners denkbar.

Der Vollständigkeit halber hier nur kurz der Frequenzgang der Box in der aufwändigen Beschaltung, der sich nebst allen anderen Daten zum Projekt auch schon in der Dokumentation der ursprünglichen Version der Sica-Mini-TQWT findet:

Dazu noch der angepasste Bauplan, um die Desktop-Version zu bauen. Bei Aufstellung auf einem Schreibtisch wäre es sogar denkbar, das Bassreflexrohr 1-1,5cm länger zu lassen; dann kratzt die Box sogar an der 50Hz-Marke. Im Superhochton hat der Töner kaum etwas vorzuweisen. Wer allerdings einen passenden Begleiter im Alltag mit 'echtem' Bass und absolut ausgewogener Spielweise im für Musik wesentlichen Frequenzbereich sucht, liegt mit dieser Box goldrichtig. Bei 15-20 Euro für das wirklich excellente Chassis und nur weiteren ca. 5 für den Sperrkreis (ca. 7-8 für die aufwendigere Schaltung) ist dies auch ein Projekt, welches man auch einfach 'zwischendurch' mal bauen kann. In einem nicht zu großen Raum ist die Box auch uneingeschränkt abseits des Schreibtisches einsetzbar und besticht in der leicht geneigten Version ( wie die ursprüngliche Version auch) sowohl klanglich als auch durch die chice Gestaltung. Für den Fall der Fälle stelle ich den Bauplan bereit:

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Bauplan Sica TQWT Dektop.jpg
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Stand April 2016